Supervision als Format berufsbezogener Beratung

 

Supervision ist wertschätzende und ressourcenorientierte personen- und organisationsbezogene Beratung in der Arbeitswelt.

Supervision legt zu Beginn in einem Dreieckskontrakt die Ziele des Supervisanden und des Auftraggebers, der Organisationen für die der Supervisand arbeitet, fest. Die Ziele, die in diesem  Kontrakt vereinbart werden, sind der bindende Rahmen für den Supervisionsprozess. Das gibt allen Beteiligten und der Arbeitsbeziehung von Supervisorin und Supervisand/in ein großes Maß an Freiheit und Sicherheit. Die Supervisor/in verpflichtet sich zur Überparteilichkeit und ist „Anwalt“ für die Person des Supervisanden, die Organisation, die Klienten des Supervisanden und für die Arbeitsrolle inkl. der Aufträge an die der Supervisand gebunden ist. Er ist zugleich kritisch distanziert als auch emphatisch, neugierig und Interessiert. Das macht es möglich, Widersprüche und Spannungen wahrzunehmen, sie auszuhalten und mit dem Anfängergeist eines jeden guten Beraters immer wieder neu auf die sich zeigende Situation zu schauen und neue Perspektiven auf die Arbeitssituation zu eröffnen.

Am Ende des Supervisonsprozesses steht die Auswertung des Ganzen mit Auftraggeber, Supervisand und Supervisorin.

Supervision findet statt in der Dynamik von Rolle (bzw. den Rollen des Supervisanden), der Person des Supervisanden, dem Auftrag an den Supervisanden durch die Organisation und den Ansprüchen der Klienten, für die der Supervisand arbeitet. Supervision klärt die Anforderungen, Ansprüche, Ziele, Vorgaben dieser vier „Faktoren“ und ihr Zusammenspiel. Die Rahmenbedingungen der Arbeit kommen ebenso in den Blick wie das konkrete Umfeld, in der diese Arbeit stattfindet. Durch diese Multiperspektivität ist die Reflexion beruflicher Arbeit im Format Supervision sehr wirksam in den komplexen und differenzierten Bedingungen der Arbeit mit Menschen.

Die Supervisorin gestaltet diese Arbeitsbeziehung so, dass diese Standards zu ihrer Güte kommen können und steht auf dem Boden einer ethischen Orientierung: Supervision verpflichtet sich der Verantwortung für Bildung, Gesundheit, Menschenwürde, Demokratie, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Neben der Reflexion der konkreten Arbeit, dem zur-Sprache-bringen von Erfahrungen hilft Supervision auch, komplexe Zusammenhänge und u.U. Konflikte zu analysieren und zu klären und dadurch die Handlungsfähigkeit des Supervisanden insbesondere in kritischen Situationen, zu erhöhen.

Durch Supervision kann der Supervisand seine Wahrnehmungs- und Deutungskompetenz erhöhen und sein Erleben beruflicher Herausforderungen und seiner Handlungsstrategien vertiefter verstehen.

Durch die subjekt- und prozessorientierte Beratung, die immer in einem konkreten Kontext gerichtet ist und Bezug nimmt auf die Dynamik und auf die Kultur der rahmengebenenden Organisation, kann der Supervsiand seine persönliche, soziale und fachliche Kompetenz erhöhen und so selbst-bewusster, professioneller (Professionalität = Erfahrung (=reflektiertes Erleben) plus Fachlichkeit)

Supervision ist zugleich kontraktgeleitet als auch ergebnisoffen: Durch den definierten Arbeitsauftrag (an den Supervisor und an den Supervisanden!) sind die Rollen und die Erwartungen, die Themen und die Rahmenbedingungen der Beratung geklärt und geben so die Struktur für den Beratungsprozess, in dem sich Lösungen, Ergebnisse, Möglichkeiten zeigen werden.

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