Supervision ist vielleicht das am besten wissenschaftlich erforschte Format von beruflicher Beratung und sicherlich die Form der Beratung, die im psychosozialen Bereich für Menschen, die mit Menschen arbeiten, am häufigsten stattfindet. Unzählige Fachliteratur und ein sehr starker Dachverband, der DGSv, sorgen für exzellente Qualitätsstandards und klar definierte Abläufe.

Leider wird Supervision häufig als „Reparatur-Maßnahme“ bei bereits eskalierenden (Team-)Konflikten oder bei offensichtlichen fachlichen Schwierigkeiten vom Arbeitgeber verordnet. Entsprechend zweifelnd stehen viele Menschen in Pädagogik, Pastoral und Pflege diesem Angebot von beruflicher Beratung gegenüber. Nicht ganz selten ist dann – meist hinter vorgehaltener Hand – zu hören: „Supervision brauche ich nicht, ich hab doch kein Rad ab!“.

Ich meine: Supervision braucht es, damit Menschen, die mit Menschen arbeiten, möglichst lange ihre Lust und ihre Kraft an dieser Arbeit behalten; sie im Chaos der alltäglichen Herausforderungen, die diese berufliche Arbeit mit sich bringt, sich selbst und ihre Ressourcen fokussiert nutzen können – und so die Qualität der Arbeit von Menschen für Menschen hoch bleibt. Und deshalb macht es sehr viel Sinn, Supervision als Regelsupervision zu nutzen, die „ganz normal und üblich“ dabei hilft, dass Menschen in Pädagogik, Pastoral und Pflege eben nicht „am Rad drehen“.